Jüterborg, Januar 2026 – Die Wildnisstiftung feiert einen Meilenstein: Im Wildnisgebiet Jüterbog, das unmittelbar an die Projektfläche der Felgentreuer Wiesen im Rahmen von Mittelstand & Moor angrenzt, wurde erstmals genetisch bestätigter Nachwuchs der Europäischen Wildkatze nachgewiesen. Ein starkes Signal für eine erfolgreiche Wildnisentwicklung.
Die Wildkatze galt in Brandenburg über Jahrzehnte als ausgestorben. Seit 2017 führt die Wildnisstiftung im Wildnisgebiet Jüterbog ein systematisches Monitoring durch. Drei verschiedene weibliche Wildkatzen konnten Ende 2023 nachgewiesen werden. Nun belegen genetische Untersuchungen erstmals, dass es im Jahr 2025 tatsächlich Wildkatzen-Nachwuchs gegeben hat. Andreas Hauffe, Liegenschaftsbeauftragter der Wildnisstiftung im Wildnisgebiet Jüterbog berichtet: „Als die erste kleine Wildkatze zusammen mit der Mutter Anfang August 2025 am Lockstock auftauchte, war ich einfach begeistert und habe sofort die Proben eingesendet.“
Der Nachweis erfolgte mithilfe eines etablierten Monitoringsystems: Mit Baldrian präparierte Lockstöcke ziehen Wildkatzen an, die beim Reiben Fellhaare hinterlassen. Diese Proben werden am Senckenberg Forschungsinstitut genetisch analysiert und zusätzlich durch Wildtierkameras abgesichert. So lässt sich eindeutig feststellen, dass es sich um echte Wildkatzen handelt – und nun auch um Jungtiere.
„Diese Nachricht aus der Arbeit der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung ist auch ein starkes Signal aus dem gemeinsamen Projekt Mittelstand & Moor. Sie zeigt: Die langfristige Entwicklung von Wildnis- und Moorlandschaften wirkt – für den Klimaschutz ebenso wie für die Rückkehr seltener Tierarten.“, so Michaela Steinhauser, Bereichsleiterin Politik Berlin DER MITTELSTANDSVERBUND und Projektleiterin Mittelstand & Moor.
Wildnis braucht Raum – und Zeit
Gerade in den ersten Lebensmonaten ist die Sterblichkeit junger Wildkatzen sehr hoch. Umso bedeutender ist es, dass das Wildnisgebiet Jüterbog mit naturnahen Wäldern, Lichtungen, Totholz und Baumhöhlen ideale Bedingungen für die Aufzucht bietet.
Die Wildkatze gilt als Botschafterin für funktionierende Ökosysteme: Ihr Vorkommen zeigt, wie wertvoll großflächige, ungestörte Wildnisgebiete sind – und wie wichtig es ist, diesen Räumen dauerhaft Raum zur Entwicklung zu geben.
Wildnis und Moor – ein gemeinsamer Raum für Artenvielfalt
Das Wildnisgebiet Jüterbog grenzt an die Projektfläche der Felgentreuer Wiesen, die im Rahmen von Mittelstand & Moor auf rund 200 Hektar schrittweise wiedervernässt und in eine Moorlandschaft zurückgeführt werden sollen.
Durch diese Moorentwicklung werden große Mengen CO₂ dauerhaft im Boden gebunden und gleichzeitig neue Lebensräume geschaffen. Die Rückkehr der Wildkatze macht deutlich, wie eng Moorschutz, Wildnisentwicklung und Artenschutz zusammenwirken.
Das Projekt „Mittelstand & Moor“
- Initiative von: Sinnstifter Mittelstand für Mensch und Natur gGmbH und die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung
- Ziel: Erhaltung und Renaturierung von Mooren in Deutschland, Wiederherstellung natürlicher Moore als wichtige CO₂-Speicher und als Lebensräume für gefährdete Arten
- Wie mitgemacht werden kann: Über Klimapatenschaften, mit denen Unternehmen & Mittelstand Verantwortung übernehmen und zur Wiederherstellung beitragen.
Warum “Mittelstand & Moor” wichtig ist
- Klimaschutz
Moore speichern große Mengen CO₂ – oft mehr als Wälder – und leisten damit einen wichtigen Beitrag gegen die Erderwärmung. - Artenvielfalt & Lebensräume
Durch Renaturierung entwickeln sich neue Lebensräume, seltene Arten wie Moorfrosch finden Rückzugsräume. - Regionale Nachhaltigkeit
Das Projekt bietet Unternehmen eine weitreichende, sichtbare Möglichkeit, Nachhaltigkeit konkret umzusetzen.
Über die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung
Die Wildnisstiftung engagiert sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 mit eigenen Flächen und Expertise für Wildnisgebiete und deren Vernetzung. Sie ist eine der größten privaten Eigentümerinnen von Wildnisgebieten in Deutschland. Stifter sind das Land Brandenburg, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, der Naturschutzbund
Deutschland (NABU), die Umweltstiftung WWF Deutschland, der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung, die Gregor Louisoder Umweltstiftung und eine Privatperson. Über unsere Flächen in Brandenburg hinaus engagieren und vernetzen wir uns für mehr Wildnis in Deutschland. Weitere Informationen zu Wildnis in Deutschland unter www.wildnisindeutschland.de
Fotos: Tilo Geisel


